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ERDE
Der dritte Planet von der Sonne aus. Aus Sicht der Astronomie gehört
die Erde zu der Gruppe erdähnlicher Planeten, zu der auch Merkur,
Venus und Mars gehören. Oft wird der Ursprung, die Struktur und
die Entwicklung der Erde mit dieser Gruppe sowie dem Mond verglichen.
Sie besitzt als einziger Planet riesige Ozeane flüssigen Wassers.
Das komplexe Zusammenspiel zwischen Ozeanen, Atmosphäre und der
Planetenoberfläche bestimmt das Energiegleichgewicht und den Temperaturbereich.
Wolken bedecken im Schnitt 50% der Erde, und der Wärmestau innerhalb
der Atmosphäre (Treibhaus-Effekt) läßt die mittlere Temperatur um
über 30 °C ansteigen.
Der innere Aufbau der Erde
Der innere Aufbau der Erde kann grafisch dargestellt werden. Die
Zahlen und Daten sind allerdings nicht immer ganz gesichert, und
der physikalisch-chemische Zustand des Erdkerns wird von einigen
Autoren etwas unterschiedlich beurteilt. Meist wird zwar angenommen,
es handele sich um einen Kern aus Nickel (Ni) und Eisen (Fe), daher
die Bezeichnung Nife-Kern. Andere Theorien sprechen von Olivin,
einem Magnesium-Eisen-Silikat oder sogar Wasserstoff und Helium,
die auch die Hauptbestandteile der Sonne sind und unter komprimiertem
Zustand im Erdinnern vorhanden sein sollen. An der Grenze zwischen
Erdkern und Erdmantel ist vermutlich auch die Zone, in der der Erdmagnetismus
entsteht.
Legende

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| a |
innerer
Erdkern (Nife-Kern, 5150-6370 km),
Temperatur von 7000 bis 6300 K,
Dichte von 12,8 bis 13,1 g/cm³,
Druck von 330 bis 360 GP (Giga Pascal) |
| b |
äußerer
Erdkern (2800 - 5150 km),
Temperatur von 6300 bis 5000 K,
Dichte von 5,62 bis 12,8 g/cm³,
Druck von 13 bis 330 GP |
| c |
innerer
Erdmantel (1000 - 2800 km)
Temperatur von 5000 bis 2500 K,
Dichte von 4,68 bis 5,62 g/cm³,
Druck von 13 bis 39 GP (Giga Pascal) |
| d |
Übergangsschicht
(410 - 1000 km)
Temperatur von 2500 bis 2000 K,
Dichte von 3,63 bis 4,68 g/cm³,
Druck von 14 bis 39 GP (Giga Pascal) |
| e |
äußerer
Erdmantel (33 - 410 km)
Temperatur von 2000 bis 730 K,
Dichte von 3,63 bis 3,32 g/cm³,
Druck von 0,9 bis 14 GP (Giga Pascal) |
| f |
Erdkruste (bis 33 km Tiefe)
Temperatur 730 K,
Dichte 3,32 g/cm³,
Druck 0,9 GP (Giga Pascal) |
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Der innere Aufbau der Erde
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Erdmagnetismus
Die Stärke des irdischen Magnetfeldes ist mit 50 µT (Mikrotesla)
nicht gerade sehr hoch. Doch stellt sich eine magnetisierte und
frei bewegliche Nadel leicht in Richtung der Feldlinien ein. Die
inklination i ist dabei die Neigung der Magnetnadel gegen die Horizontalebene,
die Deklination D oder »Mißweisung der Kompaßnadel« die Abweichung
zwischen der magnetischen und der geographischen Nordrichtung.
Das Erdmagnetfeld ist langfristigen Änderungen unterworfen. Auch
fallen die magnetischen Pole nicht mit den Rotationspolen zusammen.
Vielmehr liegt der magnetische Nordpol auf den Pary Islands vor
der nordamerikanischen Eismeerküste bei etwa 751/2° nördl. Breite
und 1001/2° westl. Länge; der magnetische Südpol ist bei etwa 671/2°
südl. Breite und 140° östl. Länge im Wilkes-Land (für 1970). Die
magnetischen Pole verschieben sich mit der Zeit. Und damit erfahren
Inklination und Deklination für bestimmte Erdorte ständig Änderungen.
Für Göttingen betrug z.B. die Deklination im Jahre 1830 noch -19°,
d. h. die Kompaßnadel zeigte um diesen Winkelbetrag von der geographischen
Nordrichtung verschoben nach Westen. Im Jahre 1986 verlief die Agone,
d. h. die Linie, auf der die Deklination gerade Null ist, etwa von
Stralsund über Brandenburg, Leipzig, Zwickau, Chiemsee nach Venedig.
Sie wandert z. Zt. pro Jahr um etwa 15 km nach Westen. Die Linien
gleicher Deklination nennt man Isogonen. Die Hauptquelle des erdmagnetischen
Feldes liegt zwar in elektrischen Strömen im Erdinnern, zum geringeren
Teil aber auch in Strömen der Ionosphäre (s. u.). Da deren Zustand
von der Sonnenaktivität abhängt, besteht auch ein enger Zusammenhang
zwischen dieser und der erdmagnetischen Unruhe. Es gibt erdmagnetische
Stürme, die sich u. a. in einem »Zittern der Kompaßnadeln«, d. h.
einer Schwankung der Deklination bemerkbar machen.
Das gesamte die Erde umgebende Magnetfeld bildet die sog. Magnetosphäre,
die an der Magnetopause zu Ende ist. In Richtung zur Sonne reicht
die Magnetosphäre, bedingt durch den Sonnenwind, nur 10 Erdradien
weit, während sie in der Gegenrichtung sehr viel tiefer in den Raum
hinausreicht.
Der Aufbau der Erdatmosphäre
In der Troposphäre unserer Lufthülle spielen
sich praktisch alle Wettervorgänge ab. Insbesondere finden sich
auch hier die Wolken. Die bodennächsten Luftschichten sind dabei
besonders für die Luftunruhe verantwortlich, die sich in der Szintillation,
dem Funkeln der Sterne, bemerkbar macht und die Bildqualität bei
Fernrohrbeobachtungen erheblich beeinträchtigt.
In der Stratosphäre herrscht bereits größere Ruhe, so daß man von
dort aus mit Ballonteleskopen z. B. wesentlich schärfere Sonnenaufnahmen
erhält. Ab etwa 30 km Höhe wird auch allmählich das Ultraviolett
erforschbar. Dasselbe gilt für die Infrarotstrahlung, die teilweise
sogar schon von hohen Bergen, sowie mit Flugzeugen erreichbar wird.
Die Ionosphäre besteht aus einzelnen Schichten, in denen Elektronen
angereichert sind. Sie werden bei der Absorption energiereicher
Röntgenstrahlung sowie der kurzwelligsten Ultraviolettstrahlung
der Sonne in der Hochatmosphäre gebildet. Die ionosphärischen Schichten
sind für die Ausbreitung der Kurzwellen (Wellenlänge 10 bis 100
m) verantwortlich. Sie werden vor allem an der F1- und F2-Schicht
reflektiert und kommen wieder zur Erdoberfläche zurück. Dort gelangen
sie erneut reflektiert an die Ionosphäre und breiten sich im Zickzackkurs
um die ganze Erde aus. Allerdings ist die Ausbreitung der Kurzwellen
in der Praxis noch abhängig von Wellenlänge, Tages- und Jahreszeit
sowie Sonnenaktivität.
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Legende:
Beim Klick auf das Bild gibt es dieses
Schema im Großformat
| a |
Grenze der Exosphäre -
ca. 700 km Höhe |
| b |
Satellit |
| c |
Thermosphäre - bis etwa
500 km Höhe |
| d |
Polarlichter und Ionosphärenstürme
durch "Ausblasen" der F2-Schicht der Ionosphäre
durch starke Teilchenströme von der Sonne |
| e |
Meteor |
| f |
Ionosphäre - stark ionisierte
Schichten zwischen 50 und 300 m Höhe |
| g |
Mesosphäre - bis 100 km |
| h |
Stratosphäre - bis 50
km |
| i |
Troposphäre - bis ca.
10 km |
| j |
Ultraviolette (UV) Strahlung |
| k |
Polarlichter in Form wandernder
Ionenwolken in Es-Schicht der Ionosphäre |
| l |
Ozonschicht schluckt UV-Strahlung |
| m |
Wetterballon |
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Erdatmosphäre
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Die chemische Zusammensetzung
der Erdatmosphäre (für trockene Luft am Erdboden):
78,084 Vol. % molekularer
Stickstoff
20,9476 % molekularer
Sauerstoff
0,934 Argon
0,0314 Kohlendioxid
0,001818 Neon
0,000524 Helium
0,0002 Methan
0,000114 Krypton
0,00005 Wasserstoff
0,00005 Stickstoffoxid
0,0000087 Xenon
< 0,00001 Schwefeldioxid
< 0,000007 Ozon
und Spuren von
Stickstoffdioxid, Ammoniak, Kohlenmonoxid und Iod.
Die Atmosphäre, die Lufthülle
der Erde, ist ein Gemisch aus verschiedenen Gasen, deren Dichte
zwischen der der Venus und des Mars liegt.
Die große Sauerstoffkonzentration, deren Ursprung 2.000 Millionen
Jahre zurückliegt, ist eine direkte Folge des Pflanzenbewuchses.
Der Sauerstoff ermöglicht die Bildung der Ozonschicht in großen
Höhen, die die Oberfläche vor der tötlichen UV-Strahlung der Sonne
schützt.
Entstehung
der Erde
Legende
| a |
Die Erde entstand vor ca. 4,6
Mrd. Jahren |
| b |
Durch Gas- und Wasserdampfabgabe
der sich abkühlenden Erde bildete sich eine Atmosphäre |
| c |
Ströme rot glühender
Lava überzogen die Erdoberfläche |
| d |
Vor etwa 4 Mrd. Jahren besaß
die Erde eine feste Gesteinskruste |
| e |
Vor etwa 3,9 Mrd. Jahren bildete
sich Oberflächenwasser |
|
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Entstehung
der Erde
Die Erde entstand vor etwa 4,6
Mrd. Jahren vermutlich durch Zusammenballung winziger kosmischer
Staubteilchen aus einer gewaltigen Gas- und Staubwolke. Der Klumpen
wuchs durch aufprallende Materieteilchen immer weiter. Unter anderem
gelangte Eis vom Rande des Sonnensystems auf die Erde.
Zuerst war sie rot glühend und ihre Oberfläche eine wogende
Masse von rauchenden Vulkanen. Doch langsam kühlte sie sich
ab, ihre Atmosphäre klarte auf, Regen fiel und bildete Meere.
Vor etwa 3,6 Mrd. Jahren traten die ersten mikroskopisch kleinen
sLebensformen auf. Vor etwa 3 Mrd. Jahren bildeten sich riesige
Landmassen. diese Kontinente haben ihre Gestalt und ihre Lage auf
dem Erdball sowie ihre Oberfläche im Laufe der Zeitgeschichte
ständig verändert. Als Blaualgen (Cynobakterien) und später
einfache Pflanzen entstanden und sich vermehrten, reicherten sie
die Atmosphäre mit Sauerstoff an, die Grundlage der Entwicklung
höherer Lebensformen.Nach 4 Mrd. Jahren Präkambrium begann
mit dem Paläozoikum (Erdaltertum) der Aufstieg des Lebens auf
der Erde.
| Mittlerer Sonnenabstand |
 |
1,0 AE = 149.600.000 km |
| Oberflächentemperatur |
 |
-51 bis 48 °C |
| Umlaufzeit |
 |
365,256 Tage |
| Reziproke Masse |
 |
328.900 |
| Masse (Erde = 1) |
 |
1,000 |
| Masse (g) |
 |
5,9742 x 1027 |
| Durchmesser |
 |
12.760 km |
| Äquatorradius (Erde = 1) |
 |
1,000 |
| Äquatorradius (km) |
 |
6.378 |
| Ellipzität |
 |
0,0034 |
| Mittlere Dichte (g/cm3) |
 |
5,515 |
| Oberflächenbeschleunigung am Äquator
(m/s²) |
 |
9,78 |
| Fluchtgeschwindigkeit am Äquator
(km/s) |
 |
11,2 |
| Siderische Umdrehungszeit am Äquator |
 |
23,9345
Stunden |
| Neigung des Äquators zur Umlaufsbahn |
 |
23°,45 |
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