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DIE
SONNE
Stern,
der das Gravitationszentrum unseres Sonnensystems bildet. Die von
der Sonne abgestrahlte elektromagnetische Energie ermöglicht
direkt oder indirekt alle Lebensvorgänge auf der Erde, vor
allem das Pflanzenwachstum als Grundlage unserer Ernährung
und Energiegewinnung.
Die Sonne bietet dank ihrer relativen Nähe einzigartige Möglichkeiten
zur Erforschung der Sterne. Der nächste Stern außerhalb
unseres Sonnensystems ist 4,3 Lichtjahre entfernt; das entspricht
4*1013 Kilometern.
Größe und Volumen
Aus der Entfernung und ihrer leicht messbaren
Scheibengröße können folgende Daten ermittelt werden:
| Mittlerer Erdabstand |
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149.597.893 km |
| Größter Erdabstand |
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152.103.000 km |
| Kleinster Erdabstand |
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147.104.000 km |
| Horizontalparallaxe |
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8.794" |
| Radius |
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6.958 x 105 km = 109 Erdradien |
| Volumen |
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1.410 x 1018 km³ = 1.303.600
Erdvolumen |
| Sonnenoberfläche |
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6,09*1012 km² = 11.918
Erdoberfläche |
| Masse |
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1.985 x 1030 kg = 332.946
Erdmassen |
| Fallbeschleunigung |
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274 m/s² = 27,9 g |
| Entweichgeschwindigkeit |
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617,5 km/s |
| Mittlere scheinbare Helligkeit m |
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-26.8 mag |
| Absolute Helligkeit M |
 |
+4,83 mag |
| Leuchtkraft L |
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3.861 x 1023 kW |
| Mittlere Dichte (kg/m³) |
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1.410 kg/m³ = 0.26 der Erde |
| mittlere Rotationsdauer siderisch |
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325,380 Tage |
| mittlere Rotationsdauer synodisch |
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227,275 Tage |
| Siderische Umdrehungszeit am Äquator |
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19,2 Stunden |
| Neigung des Äquators zur Umlaufsbahn |
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29°,6 |
Die Gesamtmasse aller Planeten
zusammen ist nur etwa 1/1000 der Sonnenmasse.
Der
innere Aufbau der Sonne
Wie die meisten Sterne besteht die Sonne vor allem
aus Wasserstoff (71 % Wasserstoff, 27 % Helium
und 2 % schwerere Elemente).
Nahe des Sonnenzentrums herrscht eine Temperatur von ungefähr 16
Millionen Kelvin. Die Dichte ist hier rund 150-mal höher als die
von Wasser.
Die Protonen (Kerne des Wasserstoffatoms) reagieren im Sonneninneren
miteinander, sie gehen eine Kernfusion ein, d. h. sie verschmelzen
miteinander. Das Ergebnis einer Kette mehrerer Einzelreaktionen
ist das Verschmelzen von je vier Protonen zu einem Heliumkern, wobei
Energie in Form von Gammastrahlung abgegeben wird. In jeder Sekunde
reagieren 650 Millionen t Wasserstoffatome zu Helium. Die dabei
freigesetzte Energie entspricht einer Energiemenge, wie sie bei
der Explosion von Hundertmilliarden 1 Megatonnen Wasserstoffbomben
entstünde. Das nukleare Brennen" des Wasserstoffes im Sonnenkern
erstreckt sich auf einen Bereich, der rund ein Viertel des Sonnenradius
ausmacht.
Die Strahlung der Sonne
Die im Kern erzeugte Energie legt den größten Teil des
Weges zur Oberfläche als Strahlung zurück. Die entsprechende Zone
- sie nimmt etwa drei Viertel des Sonnendurchmessers ein - heißt
Strahlungszone. In der anschließenden Konvektionszone, die etwa
ein Zehntel des Durchmessers ausmacht, wird die Energie durch turbulente
Mischung der Gase übertragen. Die so genannte Photosphäre ist die
oberste, mit 400 Kilometern Dicke relativ dünne Schicht der Konvektionszone.
Anzeichen für die hier herrschende Turbulenz sind beim Beobachten
der Photosphäre und der unmittelbar darüber liegenden Sonnenatmosphäre
zu erkennen.
Die Sonnenflecken
1908 entdeckte George Ellery Hale, dass Sonnenflecken starke
Magnetfelder aufweisen. Ein typischer Sonnenfleck hat eine Magnetfeldstärke
von rund 0,25 Tesla. Das Erdmagnetfeld weist weniger als 0,0001
Tesla auf.
Sonnenflecken treten oft gruppenweise auf, wobei ihre Magnetfelder
am östlichen und westlichen Rand der Gruppe entgegengesetzte Richtungen
haben, und zwar zum Sonneninneren hin bzw. von ihm weg.
Die Anzahl der Sonnenflecken nimmt innerhalb von etwa elf Jahren,
dem Sonnenfleckenzyklus, ab und wieder zu.
Nachdem das Magnetfeld der Sonne nachgewiesen war, entdeckte man
die mit den Sonnenflecken verknüpfte komplizierte magnetische Struktur.
Die Sonnenflecken auf der nördlichen Sonnenhalbkugel sind magnetisch
umgekehrt gepolt zu den entsprechenden Flecken auf der Südhalbkugel.
Wenn ein neuer Elf-Jahres-Zyklus beginnt, kehren sich diese Magnetfeldrichtungen
auf jeder Halbkugel um. Damit dauert ein kompletter Sonnenfleckenzyklus,
unter Berücksichtigung der Magnetfeldpolarität, etwa 22 Jahre.
Jeder Sonnenfleck existiert höchstens einige Monate lang. Daher
spiegelt der 22-Jahres-Zyklus Vorgänge wider, die tief im Inneren
der Sonne ablaufen und relativ lange andauern.
Vermutlich rührt der Zyklus von der Wechselwirkung des Sonnenmagnetfeldes
mit den äußeren Schichten der Konvektionszone her. Diese Wechselwirkungen
werden außerdem durch die Sonnenrotation beeinflusst, die nicht
in allen Breiten gleich schnell ist. Die Sonne dreht sich an ihrem
Äquator in 27 Tagen einmal um ihre Achse, aber an den Polen in 31
Tagen.
Die Korona
Die Korona ist die äußere Sonnenatmosphäre, die sich einige
Sonnenradien weit in den Raum erstreckt. Alle ihre Merkmale werden
wesentlich vom Magnetfeld bestimmt. Der größte Teil der Korona enthält
riesige heiße Gasbögen. Dabei befinden sich kleinere Bögen in den
aktiven Regionen und größere zwischen diesen.
In den vierziger Jahren stellte man fest, dass die Korona viel heißer
als die Photosphäre (die sichtbare Oberfläche der Sonne) ist. Die
Photosphäre hat eine Temperatur von nahezu 6 000 Kelvin. In der
Chromosphäre, die sich über einige tausend Kilometer oberhalb der
Photosphäre erstreckt, beträgt die Temperatur knapp 30 000 Kelvin
und steigt in ihren oberen Teilen sogar auf über 100 000 Kelvin
an.
In der Korona jedoch, die vom oberen Rand der Chromosphäre weit
in den Raum hinausreicht, herrscht eine Temperatur von mehreren
Millionen Kelvin.
Zur Aufrechterhaltung dieser hohen Temperatur muss der Korona Energie
zugeführt werden. Den Mechanismus dieser Energiezufuhr aufzuklären,
ist eines der klassischen Probleme der Astrophysik. Bisher konnte
es nicht gelöst werden. In jüngster Zeit ergab sich aus Beobachtungen
mit Hilfe von Raumsonden, dass die Korona eine Ansammlung magnetischer
Schleifen darstellt. Wie diese aufgeheizt werden, bedarf noch der
Klärung.
Das Magnetfeld in der Korona kann auch kühleres Material über der
Sonnenoberfläche festhalten, das aber höchstens einige Tage hier
überdauern kann. Solche Phänomene sind während einer Sonnenfinsternis
oder mit speziellen Instrumenten zu beobachten, und zwar in Form
so genannter Protuberanzen. Häufig sinken sie wieder in sich zusammen,
zuweilen schleudern sie aber Gase in den Raum.
Protuberanzen
Eine Protuberanz sieht aus wie eine Explosion auf der
Sonnenoberfläche. Gewaltige Magnetfelder reissen heisse, im roten
Licht des Wasserstoffs leuchtende Gase entlang der magnetischen
Feldlinien empor und wieder zurück zur Sonnenoberfläche. Um Protuberanzen
zu erkennen, ist in der Regel ein Fernglas oder Teleskop notwendig
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