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DIE
GESCHICHTE
des Automobilbaus in der DDR
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Schwierige
Bedingungen für den Neustart nach 1945
Nach dem zweiten Weltkrieg
erfolgte nach einem Beschluß des Aliierten Kontrollrates die Demontage
der deutschen Rüstungsbetriebe, zu denen auch die Autounion und
damit die Betriebe Horch und Audi in Zwickau gehörten.
Ein weiterer Beschluß dieses Gremiums verbot die Automobilproduktion
in den Besatzungszonen. Nach der Lockerung dieser Anordnung begann
dann aber doch wieder eine bescheidene Motorisierung.
In Zwickau wurde bei Audi von 1949 bis 1955 in kleinen Stückzahlen
wieder der beliebte Vorkriegs-Kleinwagen DKW F8 als
IFA F8 produziert.
Auf dem Gebiet der DDR gab es damals nur eine sehr bescheidene Grundstoffindustrie
und die dort gelegenen Betriebe waren von den traditionellen deutschen
Stahlrevieren in Oberschlesien und im Ruhrgebiet abgeschnitten.
Das erschwerte hier die Bedingungen für einen Neustart im Automobilbau
in besonderem Maße. Eklatant war vor allem der Mangel an Tiefziehblechen
für den Karosseriebau, die unter
ein Handelsembargo der westlichen Staaten gegen die DDR fielen.
Um überhaupt Personenwagen in nennenswerter Stückzahl bauen zu können,
wurde mit der Entwicklung eines Kunststoffes
als Ersatz für Karosseriebleche begonnen.
14. Januar 1954
Am 14. Januar 1954 begann die eigentliche Geschichte des Trabant.
An diesem Tag bekam der Minister für Maschinenbau vom Präsidium
des Ministerrats der DDR folgenden Beschluss: "Um dem Mangel
an Autos aus volkseigener Produktion abzuhelfen, soll ein Kleinwagen
mit folgenden Echdaten entwickelt werden:
Kleinwagen
mit zwei Haupt- und zwei Nebensitzen
Gewicht des
fahrfertigen Wagens maximal 600 kg
Kraftstoffverbrauch
5,5 Liter/100 km
Jahresproduktion
12.000 Stück
Preis
4.000 Mark ab Werk
Verwendung
von Kunststoff für die Karosserie
Entwicklungszeit
18 Monate
Es sollte noch mehr als vier Jahre dauern, bis der im Ministerratsbeschluss
genannte "P 50" (P
für Personenwagen, 50 für 500 ccm Hubraum) erschien.
1955 bis 1959
Nach gründlicher Vorerprobung ging der Typ P 50 am 7. November 1957
in die Vorserien- und am 10. Juli 1958 in die Serienproduktion.
Kurz vor Serienbeginn kam es am 1. Mai 1958 zum Zusammenschluß
der beiden traditionsreichen Zwickauer Firmen Horch und Audi.
Vor dem Zusammenschluß hieß das
ehemalige Werk Horch "VEB Kraftfahrzeugwerk Zwickau" (AWZ).Um den
neuen Namen für den vereinigten Betrieb wurde in der Arbeitsgruppe
zur Vorbereitung des Betriebszusammenschlusses heftig diskutiert,
weil er beiden Betrieben gerecht werden sollte. Man einigte sich
schließlich auf den Firmennamen "VEB
Sachsenring Automobilwerke Zwickau".
Für den Kleinwagen P 50 war von vornherein eine Kunststoffkarosserie
vorgesehen. Da aber zum Zeitpunkt der Geburt dieser Idee weder eine
Fahrzeugkonstruktion noch Produktionseinrichtungen vorhanden waren,
wurde für die Erprobung der Kunststoffkarosserie aus dem IFA F 8
schnell ein Zwischentyp P 70 "Zwickau" geschaffen, 1955
auf der Herbstmesse in Leipzig vorgestellt und in den Jahren 1955-59
gebaut.
Die Umstellung war desshalb so schnell möglich, weil der PKW F 8
eine Karosserie mit Holzgerippe hatte und somit die erforderlichen
Produktionsmittel im Werk Audi selbst hergestellt werden konnten.
An 36.796 Exemplaren wurden die notwendigen Erfahrungen zur Anwendung
des neuen Werkstoffes, einem Duroplast,
gesammelt. Damit waren auf diesem Sektor Vorausestzungen für einen
störungsfreien Serienanlauf des P 50 gegeben. War der
P 70 das weltweit erste Serienfahrzeug mit Kunststoffkarosserie,
so war und ist der Trabant das erste und einzige Großserienfahrzeug
dieser Art.
Der Typ P 50 bekam im Gegensatz zum
Vorgänger P 70 eine selbsttragende Rohkarosserie aus Stahlblech.
In beiden Fällen wurden jedoch Duroplastteile für die Außenbeplankung
verwendet. An der selbstragenden Karosserie des P 50 war der
gesamte Frontantriebsblock in Form eines "Fahrschemels" angeflanscht.
Im Falle einer größeren Reparatur konnte der Fahrschemel durch Lösen
der sechs Befestigungsschrauben schnell vom Fahrzeug getrennt werden.
Alle Teile des Frontantriebsblocks waren dann sehr gut zugänglich.
Den Namen "Trabant" erhielt der Kleinwagen erst nach Produktionsbeginn,
er war das Ergebnis einer Wettbewerbsauschreibung und stand einerseits
für "Begleiter des Menschen", andererseits erinnerte er an den Start
des ersten künstlichen Erdtrabanten (Sputnik) am 04.10.1957, kurz
vor Beginn der Vorserienfertigung.
Die angewandten Konstruktionsprinzipien verschafften dem Trabant
dann auch bald den Ruf eines zuverlässigen, störungsarmen und leicht
reparierbaren Fahrzeugs mit geringen Betriebskosten. Allerdings
wurden mit zunehmender Herstellungsdauer die Wünsche nach mehr Komfort
unüberhörbar. Diesen wurde 1962 mit einem stärkeren Motor (600 ccm,
23 PS [P 60] statt 500 ccm, 18 PS [P 50/1]
bzw. 500 ccm, 20 PS [P 50/2]), 1964 mit einer neuen,
verbesserten Karosserie (P 601), 1966 mit einer "Luxusausführung"
und ab Anfang 1969 mit neuem Motor (600 ccm, 26 PS) entsprochen.
Damit war aber auch das Ende der Weiterentwicklung und Produktion
des Trabant vorgesehen, denn zur gleichen Zeit begann die Entwicklung
des Nachfolgemodells P 603, das 1967 mit einer neuartigen Vollheckarosserie
aus Duroplast und einem Wankelmotor in Serie gehen sollte.
Wankelmotor für den Nachfolgetyp
Die Entwicklung von
Wankelmotoren, auch Kreiskolbenmotor genannt, wurde in der DDR kurz
nach der Vorstellung durch die Neckarsulmer Firma NSU begonnen und
verlief dann später im Rahmen der Entwicklungsgemeinschaft um NSU.
Nach schnellen Anfangserfolgen konnte aber die 1965 erforderliche
Serienfreigabe nicht erteilt werden, weil insbesondere das Problem
der "Rattermarken" seinerzeit noch nicht gelöst war. Auch die Abgaszusammensetzung
(für die es damals allerdings noch keine Vorschriften gab) war ungünstiger
als bei Hubkolbenmotoren.
Der Termin 1967 für den Serienanlauf des sehr fortschrittlich konzipierten
Trabant-Nachfolgers P 603 war hierdurch zwar gefährdet, das
Fahrzeug hätte jedoch auch mit einem anderen Motor ausgerüstet werden
können. Es erfolgte aber seitens der staatlichen Planungsorgane
keine volkswirtschaftliche Einordnung der materiellen und finaziellen
Fonds für den Neubau eines Motorenwerkes. Heute existiert vom P 603
leider nur noch ein Holzmodell.
Weshalb kam der Nachfolgetyp nicht?
An sich wäre für den neuen Typ breits
damals ein neues Herstellungswerk nötig gewesen, zumindest aber
eine Betriebserweiterung. Der bestehende Mangel an Baustoffen, Arbeitskräften
und Werkzeugmaschinen war natürlich der Betriebsleitung von Sachsenring
bekannt.
Um eine Ablehnung des neuen Fahrzeugtyps seitens der für Investitionen
zuständigen Stellen in Berlin aus diesen Gründen zu vermeiden, hatte
man bei Sachsenring dafür gesorgt, daß der P 603 weitgehend
mit vorhandenen Einrichtungen hätte hergestellt werden können und
nur ein Teil neuer Ausrüstungen erforderlich gewesen wären.
Aber auch dieser Teil war für eine Ablehnung noch groß genug. Gründe
dafür waren: der eigene durchaus leistungsfähige Werkzeugmaschinenbau
war durch Exportverpflichtungen (teilweise noch Reparationen an
die Sowjetunion) voll ausgelastet. Die mit dem kalten Krieg verbundenen
Embargo-Auswirkungen zwangen die DDR zum Aufbau einer eigenen Grundstoff-
und Zulieferindustrie. Das groß angelegte ehrgeizige Landwirtschaftsprogramm
zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung und die Nachwirkungen
geleisteter Reparationen ließen den Neuanlauf finaziell nicht zu.
Verordnete Entwicklungsagonie bei Sachsenring
Für Sachsenring gab es eine Entwicklungssperre
bis Anfang der 70er Jahre. Hatte man 1964 schon die Losung ausgegeben,
jetzt alle verfügbaren Kräfte auf den Nachfolgetyp zu konzentrieren
und keinen Handschlag mehr an eine Weiterentwicklung des Trabant
zu vergeuden, mußte man auch nach 1967 wohl oder übel doch dieses
Fahrzeug weiterproduzieren.
Da es keine neuen Produktionseinrichtungen gab, mußte sich die Weiterentwicklung
auf Materialeinsparungen und auf kleine Verbesserungen, die mit
selbstgebauten Rationalisierungsmitteln serienwirksam werden konnten,
beschränken.
Ab Mitte der 60er Jahre bereitete der Zweitaktmotor des Trabant
auch Schwierigkeiten im Export. Die bei Sachsenring begonnene Entwicklung
eines Viertaktmotors mußte abgebrochen werden, weil die dafür erforderlichen
Taktstraßen nicht bereitstellbar waren. So nahm die Wirtschaftsleitung
der DDR notgedrungen den Exportrückgang bei PKW in Kauf.
Neue Hoffnung: ein Gemeinschaftsauto mit den
Tschechen
Typisch für die damalige Situation in den RGW
Staaten war, daß mit Ausnahme der DDR in allen anderen Staaten der
PKW-Bau gefördert wurde. Das galt besonders für die Tschechoslowakei.
Aber auch dort hatte die erste Erdölkrise Anfang der 70er Jahre
Finazlöcher hinterlassen, so daß die CSSR der DDR den Vorschlag
unterbreitete, ein PKW-Modell gemeinsam zu entwickeln und in Arbeitsteilung
zu bauen.
Das Fahrwerk sollte aus Rationalisierungsgründen einheitlich sein,
während zur Vermeidung einer Uniformierung im Straßenbild in beiden
Staaten unterschiedliche Karosserien vorgesehen waren. Die Stückzahlen
sollten rund verdreifacht werden, um besonders die langen Bestellfristen
abzubauen.
Nach Abschluß der Entwicklung, als die Produktionsvorbereitungen
beginnen sollten, wurden Kapazitätserfordernisse sichtbar, die mit
den volkswirtschaftlichen Bilanzen nicht in Übereinstimmung zu bringen
waren. Versuche zur Kooperation mit französichen Automobilkonzernen
brachten nicht das gewünschte Ergebnis, führten aber - wenn
auch mit Terminverzug - immerhin zur Errichtung von Teilkapazitäten
auf Lizenzbasis und zu Ausrüstungslieferungen.
Für das Projekt gab es bereits einen Ministerratsbeschluß und ein
Regierungsabkommen DDR-CSSR. In einer Sitzung des Politbüros der
SED am 3. April 1973 wurde dann allerdings vom Sekretär
für Wirtschaft festgelegt, daß die Angelegenheit nicht entscheidungsreif
wäre.
Das Gesamtvorhaben wurde zunächst für den Zeitabschnitt eines fünf
Jahresplanes zurückgestellt und später aufgrund einer Entscheidung
zur vorrangigen Entwicklung der Mikroelektronik in der DDR völlig
aufgegeben.
Der Trabant blieb weiter in der Produktion. Die Aktivitäten waren
auf Stückzahlsteigerung ausgerichtet. Technische Verbesserungen
gab es weiterhin nur in dem Rahmen, den die spärliche Zuteilung
von Werkzeugmaschinen zuließ.
Nochmals Hoffnung: das Gemeinschaftsauto in der
DDR
Ende der 70er Jahre gab es den Versuch, das verhinderte
"Gemeinschaftsauto DDR-CSSR" durch Zusammenarbeit der Automobilwerke
Zwickau und Eisenach innerhalb der DDR zu realisieren, um vor allem
zu größeren Stückzahlen zu kommen. Das Vorhaben scheiterte am subjektiven
Widerstand der Leitung des Werkes Eisenach, das nicht zu einem Zulieferbetrieb
von Sachsenring werden, sondern Endproduzent mit einem eigenen Fahrzeugtyp
bleiben wollte.
Endlich: ein neues Werk in
Sicht
Inzwischen war der Trabant schon 20 Jahre
in Produktion und hatte damit von der Produktionsdauer bereits das
legendäre Ford-T-Modell übertroffen. Der Zwang zu einem neuen PKW-Werk
war immer größer geworden. Die Wartedauer auf ein neues Fahrzeug
betrug bereits 10 Jahre. Der Unwille der Bevölkerung über diesen
Zustand war inzwischen so deutlich geworden, daß er auch im Politbüro
nicht mehr ignoriert werden konnte.
So entschloß man sich trotz der durch die zweite Erdölkrise verursachten
negativen Auswirkungen endlich zum Neubau eines PKW-Werkes. Dieses
sollte - wiederum aus finanziellen Gründen - etappenweise
entstehen. Für die Modellpolitik im Automobilbau ist ein solches
Verfahren nicht so günstig, aber die Zwickauer Automobilbauer waren
glücklich, daß endlich wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen
war.
Als Standort für das neue Werk war ein gut geeignetes Gelände nördlich
von Zwickau in der Gemeinde Mosel freigegeben worden. Die erste
Etappe war ein Gelenkwellenwerk, das in Zusammenarbeit mit Citroën
entstand.
Entwicklungsseitig wurde zu Begin der 80er Jahre an einer neuen,
strömungsgünstigen Karosserie gearbeitet, die aber auf das alte
Trabant-Fahrwerk passen mußte, denn es gab nach wie vor keine neuen
Produktionseinrichtungen. Gleichzeitig konnten zwei Motorenentwicklungen
durchgesetzt werden. Einmal wurde der bisherige Trabant-Zweitaktmotor
(mit Vergaser) auf eine elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung
umgestellt, zum anderen wurde ein Dreizylinder-Dieselmotor entwickelt.
Die erste Entwicklung war dem Zwang geschuldet, keine neuen Produktionsmittel
zu beanspruchen, das war bei der zweiten, dem Dieselmotor natürlich
nicht der Fall. Hier spielte aber die Tatsache eine Rolle, daß die
DDR damals Dieselkraftstoff leichter als Ottokraftstoff bereitstellen
konnte.
Die elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung brachte als Hauptergebnis
eine Kraftstoffeinsparung von 18 Prozent gegenüber dem Vergaserbetrieb,
der Dieselmotor, der von Anfang an bemerkenswert gut lief, brachte
sogar 30 Prozent Kraftstoffeinsparung. Bei Fahrversuchen mit
dem Diesel-Trabant wurde von unterschiedlichen neutralen Prüfstellen
ein Durchschnittsverbrauch von 4,5l/100 km gemessen. In Verbindung
mit der neuen strömungsgünstigen Karosserie hätte man schon Mitte
der 80er Jahre ein "4-Liter-Auto" haben können.
Das Ergebnis war so überzeugend, daß sich damals sogar Regierung
und Politbüro für die Produktionseinführung einsetzten. Der Generaldirektor
des Werkzeugmaschinenbaus erklärte sich bereit, alle erforderlichen
Taktstraßen zu liefern, wenn er dafür drei Jahre vom Export entbunden
würde. Das allerdings geschah bei dem immer größer werdenden Devisenhunger
der DDR nicht. Man versuchte vielmehr, das Problem über den den
Import der benötigten Werkzeugmaschinen zu lösen.
Große Hindernisse gab es auch bei der Serienvorbereitung der neuen
Karosserie. Die erforderlichen Umformwerkzeuge konnten in der DDR
nicht hergestellt werden. Bis 1969 hatte der Automobilbau seinen
eigenen Formenbau in Schwarzenberg. Dieser wurde damals dem Pressenbau
Erfurt zugeteilt. Pressen aus Erfurt waren ein gutgehender Exportartikel.
Die Käufer wollten aber sogenannte Komplettlösungen, also Pressen
und Formen. Damit war auch der Formenbau voll für den Export ausgelastet
und für die Erfordernisse des Automobilbaus war keine Kapazität
mehr vorhanden. Verhandlungen mit sowjetischen und polnischen Firmen
führten zu zwei Jahren Verzögerung. Auch das Problem der Werkzeugmaschinenbeschaffung
für den Dieselmotor zog sich in die Länge.
Der Trabant und VW
In dieser Situation wurde eine Meldung
bekannt, wonach die Firma Volkswagen AG in Hannover ein Motorenwerk
aus Gründen der Überkapazität aufgeben wollte. Diese Information
stellte sich als wahr heraus und nach längeren Verhandlungen kam
man überein, die Maschinen nach einer Generalreparatur nach Karl-Marx-Stadt
(Chemnitz) umzusetzten und diese durch Gegenlieferung von Rumpfmotoren
zu bezahlen.
Der Einbau der VW-Motoren in den Trabant erforderte eine bedeutende
Umkonstruktion des Motorraumes und ein neues Getriebe. Bei dieser
Gelegenheit wurde auch das Fahrwerk grundlegend modernisiert, dagegen
gab es am äußeren Erscheinungsbild nur geringfügige Veränderungen.
Der Einbau der inzwischen in Karl-Marx-Stadt produzierten Motoren
mit 1100 ccm Hubraum begann Mitte 1988. Bis dahin wurde der
Trabant 30 Jahre mit nur relativ kleinen Ändeungen gebaut.
Die 1988 wirksam gewordenen Veränderungen fanden ihren Niederschlag
in dem geänderten Typennamen "Trabant 1.1". Diesem Typ war
allerdings keine lange Produktionsdauer beschieden.
Das Ende der Trabant-(Produktions)-Ära
Am 9. November 1989 kam es in der DDR zur
politischen Wende, als deren Folge die Bürger der DDR Zugriff auf
westliche Kraftfahrzeuge bekamen. Dadurch ging der Absatz sowohl
beim Typ 601 als auch beim Typ 1.1 enorm zurück. Der Versuch mit
neuen Karosserievarianten den Absatz wieder anzukurbeln, schlug
schon desshalb fehl, weil Sachsenring nicht die Mittel hatte, diese
neuen Varianten mit einer großen Werbeaktion bekannt zu machen.
So lief am 25. Juli 1990 in Zwickau der letzte Trabant P 601
vom Band. Am gleichen Tag wurde der erste VW Polo in Zwickau in
Serie montiert.
Am 30. April 1991 rollte dann der allerletzte Trabant,
ein Trabant 1.1, vom Fließband sofort ins Automobilmuseum "August
Horch Zwickau".
Eine Ära mit Freud und Leid war zu Ende. 3.096.099 Trabant hatten
im Laufe von 33 Jahren Produktionszeit den "VEB Sachsenring Automobilwerke
Zwickau" bzw. seit 1990 die "Sachsenring Automobilwerke GmbH" verlassen.
...
Quellen:
Meissner, Wie
helfe ich mir selbst!, VEB Verlag Technik, 1974
Matthias Röcke,
"Die Trabi-Story", 1998 Heel Verlag GmbH
Prof. Dr.-Ing.
F. Meißner, "Du und Dein Trabant" das Informationsblatt
für Trabantfahrer
Mitgliederzeitschrift des Internationalen Trabant-Registers "Inter
Trab" e.V.
Ausgabe Nummer 32, Sommer 1997
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